Psychomotorik

Begriff

Unter Psychomotorik wird die Wechselwirkung zwischen der Psyche und der Motorik verstanden. Das „Psycho“ umfasst unsere Emotionen, unser Denken und Fühlen. Die „Motorik“ beinhaltet sämtliche grob- und feinmotorischen Bewegungen wie beispielsweise Hüpfen oder Balancieren, Reissverschlüsse schliessen oder Schuhe binden. Aber auch die Grafomotorik, unter die das Malen und das Schreiben fallen. Zwischen Psyche und Motorik besteht ein enges Zusammenspiel, das sich gegenseitig bedingt und beeinflusst.

Wer kommt in die Psychomotorik?

Sich wenig zutrauen, oft über die eigenen Füsse stolpern, ablenken lassen, immer in Bewegung sein, häufig in Streitereien verwickelt sein oder unleserlich schreiben; all dies kann einerseits die Psyche (beispielsweise unser Selbstwertgefühl) beeinflussen oder, andererseits, einen hemmen, motorische Erfahrungen zu sammeln. Wird das Kind im Alltag oft mit solchen oder ähnlichen Situationen konfrontiert, kann eine psychomotorische Abklärung oder ein Gespräch mit der Psychomotoriktherapeutin angebracht sein.

Wie funktioniert Psychomotoriktherapie?

Durch das vielseitige Spiel- und Bewegungsangebot in der Psychomotorik erprobt das Kind unzählige Spielformen und Spielmöglichkeiten. Dabei werden immer auch motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten geübt oder erworben. Zugleich probiert das Kind verschiedene Handlungsmöglichkeiten aus und gewinnt neue Sichtweisen. Das bewusste Einsetzen von allen Sinnen differenziert die Wahrnehmung, unterstützt die Konzentration und bildet die Grundlage des Lernens. Beim Spiel mit anderen Kindern lernt das Kind Beziehungen einzugehen, Wünsche und Bedürfnisse anzubringen oder auch Ängste zu äussern. Die daraus resultierenden positiven Erfolgserlebnisse und Erfahrungen stärken das Kind und tragen dazu bei, dass das Kind ein vielseitiges Handlungsrepetoire aufbaut. Diese haben zum Ziel, Alltagssituationen offen zu begegnen, diese einzuschätzen und adäquat zu handeln. Die Psychomotoriktherapeutin begleitet das Kind in diesen Entwicklungsschritten in Zusammenarbeit mit den Eltern, der Lehr- oder weiteren Bezugspersonen.

Arbeitsformen

Die Arbeitsformen der Psychomotorik sind sehr vielseitig. Entweder findet die  Psychomotoriktherapie Einzeln und in Kleingruppen im Therapieraum statt. Oder es wird die Möglichkeit genutzt, innerhalb der Klasse integrative psychomotorische Förderung zu leisten. Dazu erfolgt im Voraus eine fachspezifische Abklärung des Kindes. Die Fachperson der Psychomotorik kann aber auch für Beratung der Eltern oder Lehrpersonen beigezogen werden.

 

Bildquelle: http://www.hp-praxis-baecker.de